Berliner

Berliner

Berliners Aufnahmegerät 1888

Berliners' Aufnahmegerät, 1888
     

   Der eigentliche Erfinder der Schallplatte ist aber Emil Berliner (1851-1929). Der in Hannover ( an der romantischen A2) Geborene wandert 1870 nach Amerika aus und übt dort den Beruf des Buchhalters aus. In seiner Freizeit beschäftigt er sich mit Naturwissenschaften , insbesondere mit Telefonen.

1877 verbessert er das Mikrophon und verkauft die Erfindung an die Bell Telephone Company. Auch er experimentiert mit dem Phonographen. Um die Patentrechte von Edison zu umgehen ändert er den Winkel zwischen Nadel und Trägerfolie um 90 und erfindet damit die sog. Seitenschrift, die sich nicht mehr als Punkt- sondern als Zick-Zack-Furche zeigt. Am 8ten November 1887 meldet er sein ''Grammophone'', das Edisons 'Phonograph' sehr ähnlich sieht zum Patent an. Da eine Vervielfältigung der Walzen nicht möglich ist, entwickelt Berliner eine Scheibe, von der er meint, dass er sie später auf irgend einem Wege abpressen kann. Die Scheibe besteht aus mit Wachs überzogenem Zink. Die Töne durchschneiden das Wachs bis auf das blanke Metall. Die entstandene Furche wird dann tiefer geätzt und dannach werden aus dem Rohling Pressfolien hergestellt. Im Mai 1888 erfolgt die erste öffentliche Vorstellung in Philadelphia, und im Jahr darauf (1898) ist die Fa. Kämmer und Reinhard, Waltershausen/Thüringen, (Puppenfabrik) in der Lage einen ''Orginal Berliner- Phonographen'' zu liefern. Jedem Gerät liegen 6 Schallplatten aus Celloloid bei. Eine Seite die Musik und die andere, meist ein Kinderliedtext , passend dazu. Ein Spielzeug !

Berliners Wiedergabegerät von 1888
Berliners' Wiedergabegerät, 1888

Berliners' Wiedergabegerät 1889

Berliners' Wiedergabegerät, 1889
      

Den komerziellen Durchbruch bringt 1898 erst der von Eldridge Johnson (1867-1945) erfundene Federmotor für das Grammophon, sowie der Kontakt Berliners zum ehemaligen Aufnahmeleiter und Walzensängerpianisten Fred Gainsberg , der sich um die musikalische Seite zu kümmern beginmt. Im Auftrage Berliners bereist er, ausgestattet mit mit Aufnahme-Apparat, Säurebehältern, sowie grossen Mengen Aufnahme-Matrizen die Welt und beginnt Aufnahmen zu machen.

In Mailand trifft Gainsberg den jungen Tenor Enrico Caruso, der bereit ist für 100 englische Pfund 10 Arien auf Matrize zu singen. Es folgen weitere Mitglieder der Kulturszene : Melba, Patti, Schljapin, Farrar und ein Werbefeldzug Berliners' in dessen Zuge die Firma ein von Edison abgelehntes Ölgemälde, das den berühmten Hund NIPPER zeigte, erwarb, den Phonograpfen übermalen lies und der für Jahrzehnte das Markenzeichen aller GRAMMOPHONE companies bleiben sollte und auch noch heute ist.

Die Schallplatten haben einen Durchmesser von 17,5 Zentimeter und sind einseitig bespielt und haben ein Länge von ca. 1,5 Minuten. Statt des heute üblichen Labels ist der Titel von Hand in die Matrize geritzt. 1904 erfindet die Firma ODEON aus Berlin die Zweiseitig spielbare Platte und auch das Format ändert sich. Es werden Schallplatten mit 25 und mit 30 cm Durchmesser produziert, die eine Spieldauer von bis zu 5,5 Minuten besitzen.



Schellackplatte von Berliners' Grammophone Company, 1897




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